ESG-Beratungsmodell: Mit Bauexpertise ESG-Projekte kosten- und zeitoptimiert umsetzen (Teil 3)

„Was wir im Rahmen unserer ESG-Beratung planen, können wir auch bauen.“ Das ist der Leitspruch des ESG-Teams bei der Gottlob-Rommel-Gruppe. Die Bauexpertise und das breitgefächerte Leistungsportfolio unseres Unternehmens ermöglichen unseren Kunden, Kosten, Materialqualität und Termine frühzeitig in die Ausführung einzubeziehen.

Bei der nachhaltigen Bauausführung geht es um weit mehr als die Wahl der richtigen Baustoffe. Auf der Baustelle entscheidet sich, ob die zuvor definierten ESG-Ziele tatsächlich erreicht, Förder- und Zertifizierungsanforderungen eingehalten und Ressourcen wirtschaftlich eingesetzt werden. Im dritten Teil unserer Serviceletter-Serie zum ESG-Beratungsmodell der Gottlob-Rommel-Gruppe geht es jetzt um Phase 3: die Bauausführung – und um die Frage, wie die in der Planung und im Zielkatalog festgelegten ESG-Anforderungen auf der Baustelle umgesetzt werden.

 

Vom Konferenztisch auf die Baustelle

Die Phasen 1 und 2 des ESG-Modells schaffen die Voraussetzungen für ein ESG-konformes Gebäude – ihren Wert muss die Beratung allerdings in der Ausführung beweisen. Für Bauherren stehen dabei konkrete Fragen im Vordergrund: Wird tatsächlich das gebaut, was vereinbart wurde? Wie wird gewährleistet, dass Förderung und Zertifizierung gesichert bleiben? Werden die freigegebenen Materialien auch eingesetzt? Und: Lässt sich mein Bauprojekt in der vorgesehenen Qualität, Zeit und Kostenstruktur fertigstellen?

Vor allem in der Bauausführung kommt die besondere Stärke der Gottlob-Rommel-Gruppe zum Tragen. „Im Vergleich zu reinen ESG-Beratungen verbinden wir ESG-Kompetenz mit der Erfahrung eines Bauunternehmens, dessen Leistungsspektrum von Projektentwicklung und Sanierung über Rohbau und Gebäudetechnik bis zum Schlüsselfertigbau reicht. Was wir planen und beraten, können wir auch selbst ausführen“, fasst Marius Maier, Teamleiter Innovation und Entwicklung, ESG-Berater und DGNB-Auditor bei der Gottlob-Rommel-Gruppe zusammen. „Für die Bauherrschaft bedeutet dies: Die Umsetzbarkeit wird nicht erst auf der Baustelle geprüft, sondern ist bereits Teil der Planung. In der Ausführung können Leistungen konkret kalkuliert und Bauabläufe so organisiert werden, dass das geplante Qualitätsniveau wirtschaftlich realisierbar bleibt“, so der ESG-Experte weiter. 

Qualität sichern, bevor kleine Änderungen große Folgen haben

Das Herzstück von Phase 3 ist die gesicherte und dokumentierte Qualität der Bauausführung. Denn für Förderfähigkeit und Zertifizierung reicht es nicht, beispielsweise geeignete Produkte lediglich zu planen. Entscheidend ist, was tatsächlich eingebaut und dokumentiert wird.

Wie schnell hier ein scheinbar unbedeutendes Detail relevant werden kann, zeigt ein einfaches Beispiel: Ein Maler hat von einem vorherigen Projekt noch Farbe übrig und möchte sie auf der aktuellen Baustelle verwenden. Handwerklich mag dagegen zunächst nichts sprechen. Erfüllt die Farbe jedoch nicht die für das Projekt festgelegten Anforderungen, kann der Materialwechsel Auswirkungen auf die angestrebte Zertifizierung und – je nach Projekt – auch auf Kosten oder Fördervoraussetzungen haben.

Deshalb sollten Materialien und Produktnachweise in Phase 3 der Bauausführung konsequent geprüft und Änderungen koordiniert werden. Die ESG-Experten der Gottlob-Rommel-Gruppe begleiten die Baustelle mit regelmäßigen Begehungen; zugleich werden die internen Bauleiter für die projektspezifischen Nachhaltigkeitsanforderungen sensibilisiert und geschult. Prüfprotokolle dokumentieren, ob die vereinbarte Qualität eingehalten wird. So entsteht die Nachweiskette nicht erst am Projektende, sondern parallel zur Bauausführung.

Blick auf unsere Baupraxis: EDEKA-Markt in Gaildorf

Wie die Verbindung von Planung, ESG-Kompetenz und Bauausführung in der Praxis funktioniert, zeigt der Neubau des EDEKA-Markts in Gaildorf. Die Gottlob-Rommel-Gruppe entwickelt und realisiert das Projekt von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Auf dem Gelände eines ehemaligen Wertstoffhofs entsteht ein Markt mit rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Energiestandard 40 und Wärmepumpe; das Gebäude wird mit dem Ziel einer ESG-Verifikation geplant und realisiert. Dabei waren nicht nur die Anforderungen an Energieeffizienz und Taxonomie zu berücksichtigen. Das Grundstück selbst stellte das Rommel-Team vor anspruchsvolle Aufgaben: Bis zu vier Meter Höhenunterschied im Gelände, ein neu zu errichtendes Mischwasserrückhaltebecken sowie die Erschließung über einen eigens geplanten Kreisverkehr mussten mit der Gebäudeplanung und Bauausführung zusammengeführt werden. Hinzu kamen ein nicht tragfähiger Untergrund und Kampfmittelverdacht auf Teilflächen. So zeigt sich in diesem Referenzprojekt der praktische Ansatz des Rommel-eigenen ESG-Beratungsmodells: „Nachhaltigkeitsanforderungen stehen nicht für sich. Sie müssen mit Kosten, Terminen, technischer Machbarkeit und den konkreten Bedingungen eines Grundstücks zusammengebracht werden“, erläutert Andy Vonderlind, Geschäftsführer der Gottlob-Rommel-Gruppe. „In Gaildorf greifen dafür unsere Projektentwicklung, die ESG-Beratung und der Geschäftsbereich Schlüsselfertigbau nahtlos ineinander. So können Fachwissen und Ausführungskompetenz über kurze Wege in das Projekt einfließen.“

Luftaufnahme der Baustelle für den EDEKA-Markt in Gaildorf mit Blick auf den neu angelegten Kreisverkehr, Lieferwagen, Bagger und Baustellencontainer im städtischen Kontext.
Bauprojekt EDEKA Gaildorf: Erschließung des Geländes über einen neu gebauten Kreisverkehr
Vertikale Draufsicht auf den Hangbereich der EDEKA-Baustelle in Gaildorf mit ordentlich aufgereihten, verschiedenfarbigen Containern zur Mülltrennung.
EDEKA-Baustelle in Gaildorf

ESG auf der Baustelle: mehr als eine Frage des Baustoffs

Das Beispiel Gaildorf zeigt deutlich: Wer beim ESG-konformen Bauen lediglich an Holz, Recyclingbeton oder CO₂-reduzierte Baustoffe denkt, greift zu kurz. Entscheidend ist ebenso, wie eine Baustelle organisiert und betrieben wird. 

Ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit auf Baustellen ist der Ressourcenschutz. Er beginnt beim Energieeinsatz für Bauheizung und Bautrocknung. Hier setzt die Gottlob-Rommel-Gruppe eine firmeneigene mobile Wärmepumpe mit 100 kW Heizleistung ein. Wird sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, kann dadurch der Einsatz fossiler Brennstoffe für diese Anwendungen reduziert werden. Damit bietet sie eine Alternative zur ölbasierten Bauheizung. Für die Baustellenorganisation bedeutet das: Wärme und Trocknung bleiben verlässlich verfügbar, während der Energieeinsatz ressourcenschonender gesteuert werden kann.

Ressourcenschutz bedeutet auch, Materialkreisläufe auf der Baustelle gezielt zu steuern. Für die Gottlob-Rommel-Gruppe gilt dabei der Grundsatz der Kreislaufwirtschaft: „Vermeiden vor Verwerten“. Dafür hat das Rommel-Team ein eigenes Abfallmanagementsystem entwickelt, das sich an der jeweiligen Baustelle und ihren Anforderungen ausrichtet. Die Bauleitung koordiniert das Abfallmanagement konsequent und direkt. Durch die Sortierung und Trennung der Reststoffe auf der Baustelle gelangen die Fraktionen möglichst sortenrein zum Entsorger. Das erhöht den Anteil wiederverwendbarer Materialien und senkt zugleich die Kosten für teure Baumischabfälle.

Mit Lean Construction zum schlanken Bauprozess

Eine ESG-konforme Bauausführung benötigt zur Material- und Qualitätskontrolle eine verlässliche Organisation der Schnittstellen. Die Gottlob-Rommel-Gruppe setzt dafür auf Lean Construction: Gewerke, Personal und Material werden entlang des Bauablaufs getaktet, digitale Systeme schaffen Transparenz über Projektstand und Abhängigkeiten. Die strukturierte Steuerung kann zugleich den Ressourceneinsatz verbessern. Material wird bedarfsgerecht bereitgestellt, wodurch sich je nach Bauablauf zusätzliche Transporte, Umlagerungen und Leerlaufzeiten vermeiden lassen. Kurzzyklische Qualitätskontrollen helfen, Abweichungen früh zu erkennen und Nacharbeiten zu reduzieren. So kann Lean Construction dazu beitragen, Ressourcen und Zeit effizient einzusetzen und gleichzeitig Termin-, Kosten- und Qualitätssicherheit zu unterstützen.

Ausblick

Mit der Fertigstellung des Gebäudes endet das ESG-Beratungsmodell nicht. In Phase 4 geht es darum, die während der Planung und Bauausführung entstandenen Nachhaltigkeitsinformationen und Nachweise so aufzubereiten, dass sie für Zertifizierung, Förderung und das weitere Nachhaltigkeitsmanagement nutzbar bleiben. In der nächsten Ausgabe unseres Serviceletters zeigen wir, wie die Gottlob-Rommel-Gruppe diese Informationen zusammenführt und damit die Grundlage für eine nachvollziehbare ESG-Dokumentation über die Bauphase hinaus schafft.

 

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