ESG-Beratungsmodell: ESG-Ziele in konkrete Planung umsetzen

Ein erfolgreiches Bauprojekt, das ESG-konform und förderfähig ist, benötigt eine intelligente Planung. Denn in diesem Schritt entscheidet sich, ob die Nachhaltigkeitsanforderungen wirtschaftlich umgesetzt, die gewünschten Fördermöglichkeiten gesichert und Zertifizierungsziele ohne unnötige Zusatzaufwände erreicht werden. In unserer vierteiligen Serviceletter-Serie zum ESG-Beratungsmodell der Gottlob-Rommel-Gruppe steht diesmal die zweite von vier Phasen im Mittelpunkt.

Die Anforderungen an Bauprojekte haben sich grundlegend gewandelt. Förderprogramme, Zertifizierungen sowie steigende Erwartungen an Energieeffizienz und Ressourcenschonung erhöhen die Komplexität – während Bauherren zugleich wirtschaftlich tragfähige Lösungen und eine verlässliche Planung erwarten, die bis zur Schlussabnahme trägt. Vor diesem Hintergrund hat die Gottlob-Rommel-Gruppe ein ESG-Beratungsmodell entwickelt, das Bauherren strukturiert durch diese Anforderungen führt. ESG-Themen werden dabei nicht nachträglich ergänzt, sondern von Beginn an in die Planung integriert. Die Beratung ist unabhängig vom Bauauftrag und richtet sich an Bauherren im Wohnungs-, Pflegeheim- und Gewerbebau, an Neubau- und Sanierungsprojekte sowie an Investoren, die nachhaltige und förderfähige Gebäude realisieren wollen.

Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes liegt in seiner Praxisorientierung: „Wir sind ein Bauunternehmen, keine klassische Beratungsgesellschaft", erklärt Marius Maier, Teamleiter Innovation und Entwicklung sowie DGNB-Auditor bei der Gottlob-Rommel-Gruppe, „unser Ansatz kommt aus der Baupraxis und funktioniert auf der Baustelle – das zeichnet unsere Arbeit als ESG-Berater aus.“
 

Das Modell im Überblick

Das ESG-Beratungsmodell folgt einer klaren Logik: Phase 1 definiert die Nachhaltigkeitsziele gemeinsam mit der Bauherrschaft. Phase 2 übersetzt diese in konkrete Planungsschritte. Phase 3 überträgt sie in die Bauausführung. Phase 4 sichert Qualität, Nachweise und Zielerreichung. Entscheidend ist dabei der rote Faden, der sich durch alle Abschnitte des Bauprojekts zieht: Nachhaltigkeit wird nicht nachträglich ergänzt, sondern von Beginn an als wirtschaftliches Steuerungsinstrument verstanden.

Im letzten Serviceletter wurde die Phase 1 des ESG-Beratungsmodells vorgestellt, an deren Ende den Bauherren ein verbindlicher ESG-Zielkatalog vorliegt. In Phase 2 geht es darum, diese Ziele in eine Planung zu überführen, die wirtschaftlich tragfähig, technisch umsetzbar und förderfähig ist.

 

Phase 2: Schnittstelle zwischen Strategie und Umsetzung

Phase 2 ist das Herzstück der ESG-Beratung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Förderwissen, den konkreten Anforderungen der Bauherrschaft und der Ausführungskompetenz der Gottlob-Rommel-Gruppe. Denn in der Planung treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Bauherrschaft, Architektur, Fachplanung, Förderlogik, Zertifizierung und spätere Ausführung. Werden die definierten Ziele in diesem Prozess nicht einheitlich weitergeführt, entstehen Interpretationsspielräume. Anforderungen werden ergänzt, Entscheidungen verschoben, Nachweise nachgezogen. Die Folge sind Zielkonflikte, Mehraufwände und vermeidbare Kosten. Genau hier setzt die Planungskoordination an. Sie sorgt dafür, dass die definierten Ziele durchgängig handlungsleitend bleiben und in allen Planungsschritten berücksichtigt werden. Nachhaltigkeit wird nicht nachträglich ergänzt, sondern steuert die Planung von Anfang an.

„In Phase 2 entscheidet sich, ob aus guten Zielen eine belastbare Planung wird“, sagt Marius Maier, Teamleiter Innovation und Entwicklung sowie ESG-Berater bei der Gottlob-Rommel-Gruppe. „Nachhaltigkeit muss in jeder Planungsentscheidung mitgeführt werden. Sonst entsteht später genau der Mehraufwand, den man vermeiden wollte.“

 

Mehrkosten vermeiden: Planung steuern, anstatt nachzuarbeiten

In der Praxis entstehen Mehrkosten bei ESG-orientierten Bauvorhaben vor allem dann, wenn Nachhaltigkeitsanforderungen nicht frühzeitig und abgestimmt in die Planung einfließen. Ein typisches Beispiel ist die Materialwahl. Wird zunächst mit einem nachhaltigen Baustoff geplant und dieser später aus Kostengründen ersetzt, muss anschließend geprüft werden, ob das neue Material weiterhin ESG- und zertifizierungskonform ist. Ist das nicht der Fall, entstehen zusätzliche Anpassungen und Nachweise.

Auch die isolierte Betrachtung der Investitionskosten führt zu Fehlentscheidungen. Ein vermeintlich günstiger Bodenbelag wie beispielsweise Teppich ist über den Lebenszyklus des Gebäudes deutlich teurer (und weniger umweltgerecht) als Fliesen, da er nach ein einigen Jahren erneuert werden muss. Ähnlich verhält es sich bei Fassadenlösungen: Eine Holzfassade, die natürlich verwittert, ist auf lange Sicht günstiger als ein Verputz, der regelmäßig renoviert werden muss. Entscheidend ist also nicht nur der Preis bei Erstellung, sondern der Aufwand für Instandhaltung und Nutzung über viele Jahre hinweg. 

Die in Phase 2 getroffenen Entscheidungen werden durch die Expertise der Berater der Gottlob-Rommel-Gruppe nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang bewertet – mit Blick auf Kosten, Förderfähigkeit, Zertifizierungsanforderungen und langfristige Nutzung.
 

Struktur statt Reibungsverlust

Ein weiterer, wesentlicher Erfolgsfaktor in Phase 2 ist die strukturierte Zusammenarbeit aller Beteiligten. Unterschiedliche Planungsstände oder fehlende Abstimmungen führen schnell zu Fehlern und Doppelarbeit. Die Gottlob-Rommel-Gruppe setzt deshalb auf eine durchgängige, digitale Projektstruktur. Alle Beteiligten arbeiten auf derselben Datenbasis, Meilensteine sind klar definiert, Abhängigkeiten transparent. Erst wenn ein Planungsschritt abgeschlossen ist, folgt der nächste. „Wir erleben immer wieder, dass Projektbeteiligte nicht mit aktuellen Unterlagen arbeiten. Das sorgt für Mehraufwand, weil aktualisiert werden muss – und so entstehen unnötige Kosten sowie vermeidbarer Zeitaufwand“, berichtet Justus Sieling, ebenfalls ESG-Berater der Gottlob-Rommel-Gruppe.  

Wichtig ist dem ESG-Team deshalb eine gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten: „Wir setzen auf einen kollaborativen Ansatz sowie eine effiziente Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, sagt Justus Sieling, „wenn alle über Pflichtenhefte auf die ESG-Ziele verpflichtet sind, entsteht ein gemeinsames Verständnis im Projekt – und eine Planung, die sich konsistent nach den definierten Zielen weiterentwickelt.“ 
 

Förderfähigkeit und Zertifizierung von Anfang an sichern

Entscheidend für den Projekterfolg ist zudem die frühzeitige Integration von Förder- und Zertifizierungsanforderungen. Energiekennwerte, Materialanforderungen, CO₂-Bilanzen oder Anforderungen aus QNG und DGNB müssen bereits in der Planung berücksichtigt werden. Das Gleiche gilt für die Materialauswahl. Bestimmte Produkte müssen definierte Anforderungen erfüllen, etwa in Bezug auf Innenraumluftqualität oder Umweltstandards.  Werden diese Nachweise frühzeitig geprüft, ergibt sich die Zertifizierung am Ende nicht als zusätzlicher Aufwand, sondern als logische Konsequenz einer strukturierten Planung.
 

Baupraxis als entscheidender Faktor

Was die Planungskoordination der Gottlob-Rommel-Gruppe auszeichnet, ist die Verbindung von ESG-Fachwissen und praktischer Baukompetenz:  Die Anforderungen an das Bauprojekt werden nicht nur bewertet, sondern auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Diese Verbindung ist entscheidend. Denn nachhaltige Planung muss nicht nur rechnerisch funktionieren, sondern auch auf der Baustelle umsetzbar sein. Frühzeitige Einbindung von Ausführungskompetenz und Marktkenntnis ermöglicht es, wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln und Alternativen zu bewerten.
 

Der Vorteil für Bauherren: Planungssicherheit und Umsetzbarkeit auf der Baustelle

Für Bauherren schafft die Planungskoordination der Phase 2 vor allem Transparenz. Bereits in einer frühen Projektphase wird sichtbar, welche Maßnahmen erforderlich sind, welche Auswirkungen Entscheidungen auf Kosten und Zertifizierung haben und wo Risiken im weiteren Projektverlauf liegen. Die Steuerungshoheit bleibt dabei beim Bauherrn. Gleichzeitig übernimmt die ESG-Beratung eine koordinierende Rolle zwischen Bauherrschaft, Planungsteam, Fachplanern sowie Förder- und Zertifizierungsanforderungen. Das Ergebnis ist eine abgestimmte Ausführungsplanung, die den definierten ESG-Zielen entspricht und gleichzeitig wirtschaftlich und technisch umsetzbar ist. Entscheidungen werden nachvollziehbar, Planungsänderungen reduziert und der Projektverlauf bleibt steuerbar. Damit schafft Phase 2 die Grundlage für die Umsetzung. Sie stellt sicher, dass Nachhaltigkeit nicht an Wirkung verliert, sondern als integraler Bestandteil erhalten bleibt.
 

Ausblick

In der nächsten Ausgabe unseres Serviceletters zeigen wir, wie Phase 3 – die Bauausführung – die definierten ESG-Ziele auf die Baustelle bringt und wie Qualität, Nachweisführung und Zielerreichung in der Umsetzung gesichert werden.

Weitere Beiträge aus unserer Serviceletter-Serie “ESG-Beratungsmodell”: Phase 1 - Nachhaltig bauen ohne unnötige Mehrkosten
 

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