Was Bauherren jetzt wissen sollten: neue Regeln, mehr Möglichkeiten und ein Blick auf die Praxis im Holzhybridbau

Baden-Württemberg setzt neue Impulse für das Bauen mit Holz: Aktualisierte Richtlinien ermöglichen anspruchsvollere Projekte im Holzhybridbau. Für Bauherren gibt es einiges zu beachten.

Besonders im mehrgeschossigen Wohnungsbau, bei Schulen, Kindergärten oder Quartiersentwicklungen wächst die Nachfrage nach holzhybriden Bauweisen; Baden-Württemberg gilt dabei mit der Holzbau-Offensive BW bundesweit als Vorreiter. Deutschlandweit lag im Jahr 2025 der Holzbauanteil bei genehmigten Wohngebäuden bei rund 24 Prozent, in Baden-Württemberg bereits bei 39 Prozent! 

Zudem erweitern seit 2025 die reformierte Landesbauordnung (LBO) und die Holzbau-Richtlinie den Handlungsspielraum bei der Erstellung und Sanierung von Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 mit Holz. 

Für Bauherren, Bestandshalter, Kommunen und soziale Träger lohnt deshalb ein genauer Blick auf den Stand der Dinge im Holzhybridbau: Welche neuen Spielräume entstehen? Wo bringt Holzhybridbau Vorteile? Und worauf kommt es an, damit moderne Holzhybridbauten wirtschaftlich, sicher und nachhaltig umgesetzt werden können?

Maximaler Nutzen durch Flexibilität

„Wir als erfahrenes Bauunternehmen setzen Holz so ein, dass es im Gebäude den größten Nutzen bringt“, sagt Florian Mairhofer, Geschäftsfeldleiter Holzhybridbau bei der Gottlob-Rommel-Gruppe. „Der Holzhybridbau kombiniert Holz, Beton und Stahl dort, wo die Materialien ihre jeweiligen Stärken ausspielen. Holz sorgt für geringes Gewicht, hohe Vorfertigung und kurze Montagezeiten. Beton und Stahl übernehmen Aufgaben bei Tragfähigkeit und Aussteifung. Der Mehrwert entsteht aus dem Zusammenspiel der Materialien“, so der Holzhybridbauexperte weiter, „und wir entwickeln den Holzhybridbau kontinuierlich weiter“. 
 

LBO-Reform macht Aufstockungen leichter

„Die Novellierung der LBO ist interessant für Aufstockungen und Dachgeschossausbauten im Rahmen des Holzhybridbaus“, berichtet Florian Mairhofer, „sie erleichtert unter bestimmten Voraussetzungen die Aufstockung rechtmäßig bestehender Gebäude um bis zu zwei Geschosse. Hier kann das geringe Eigengewicht von Holz entscheidend sein.“ 

Für Bauherren, die nachhaltig und zukunftsorientiert bauen möchten, stellt sich somit weniger die Frage, ob mit Holz gebaut werden soll, sondern wie sich Gebäude leicht, schnell und technisch sicher erweitern lassen.
 

Holzhybridbau früh in das Bauprojekt integrieren

Mit der Größe der Projekte steigen die Anforderungen an Planung und Koordination. Der aktuelle Lagebericht Zimmerer / Holzbau 2025 nennt unzureichende Planung ausdrücklich als zentrales Hemmnis im Holzbau. Für Bauherren bedeutet das: Holzhybridbau sollte von Beginn an im Projekt mitgedacht werden. Tragwerk, Holzbau, Rohbau, Brandschutz, Gebäudetechnik und ESG-Anforderungen müssen zusammengeführt werden, bevor die Ausführung beginnt. Bei Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen oder Quartiersentwicklungen kommen weitere Vorgaben hinzu: Brandschutz, Schallschutz, Hygienerichtlinien, spezifische Nebenräume, Barrierefreiheit, Gebäudetechnik, Energieeffizienz und Nachhaltigkeitsnachweise müssen früh aufeinander abgestimmt werden. Für Holzhybridbauprojekte ist deshalb eine frühe, sorgfältige Planung zentral, weil Bauweise, Nutzung und Betrieb eng zusammenspielen. 
 

Präzision an den Schnittstellen ist der wichtigste Erfolgsfaktor

Für die Umsetzung benötigt der Holzhybridbau vor allem Präzision an den Schnittstellen. Während im klassischen Rohbau größere Fertigungstoleranzen möglich sind, verlangt der industrielle Holzbau hohe Genauigkeit, damit Rohbau und die vorgefertigten Holzbauteile ohne kostspielige Nacharbeiten zusammenpassen. „In dem Zusammenspiel von Holz- und Rohbau liegt die besondere Leistungskompetenz der Gottlob-Rommel-Gruppe“, betont der Holzhybridbau-Spezialist Mairhofer, „denn unser Unternehmen verbindet jahrzehntelange Rohbaukompetenz mit Know-how und Erfahrung im Holzbau.“ Planung, Rohbau, Holzbau und schlüsselfertige Umsetzung greifen dadurch eng ineinander. 

Gottlob Rommel setzt dabei bewusst auf eigene Fachkräfte im Holzhybridbau und ermöglicht die Umsetzung vom Einzelgewerk bis hin zur schlüsselfertigen Erstellung eines gesamten Gebäudes innerhalb der Unternehmensgruppe. Das reduziert Abstimmungsaufwand, garantiert definierte Qualität und sorgt für erfolgreich umgesetzte Bauprojekte sowie zufriedene Bauherren. 
 

Referenzprojekt Mehrfamilienhäuser in Hybridbauweise

Wie erfolgreicher Holzhybridbau in der Praxis aussieht, zeigt ein Referenzprojekt der Gottlob-Rommel-Gruppe in Ostfildern-Scharnhausen. Dort entstanden vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 33 Wohneinheiten in Hybridbauweise. Untergeschosse sowie Treppenhaus- und Aufzugskerne wurden in Stahlbeton erstellt, tragende Außen- und Innenwände in Holzrahmenbauweise. Ergänzt wird das Tragwerkskonzept durch Holz-Beton-Verbunddecken. Das Projekt passt gut zu den aktuellen Marktentwicklungen: mehrgeschossiger Wohnbau, hybride Konstruktion, klare Materiallogik und ein hoher Anspruch an Ausführung und Schnittstellen.

Holzhybridbau ist damit kein reines Nachhaltigkeitsthema. Für Bauherren geht es um steuerbare Projekte: zusätzliche Flächen im Bestand, kürzere Bauzeiten, verlässliche Schnittstellen, nachhaltige Materialwahl und wirtschaftliche Umsetzung. Je komplexer die Bauaufgabe wird, desto wichtiger wird ein Partner, der den Holzhybridbau als Teil des gesamten Bauprozesses versteht.

 

Zum Referenzprojekt Ostfildern-Scharnhausen

 

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