Seit über 30 Jahren im Dienst für die US-Regierung

Zu den Kernleistungen der Gottlob-Rommel-Gruppe zählt die Altbaumodernisierung. Ein Teilbereich davon ist die Modernisierung und Sanierung von US-Facilities für die amerikanischen Streitkräfte im Raum Stuttgart. Als Mann der ersten Stunde betreut Martin Felbinger seit über 30 Jahren die Government Services. Im Interview erzählt unser Geschäftsfeldleiter Altbaumodernisierung US über seine spannende Arbeit in den US-Facilities.

Martin Felbinger, Geschäftsfeldleiter Altbaumodernisierung US, im Interview

Das Bauen und Modernisieren für eine ausländische Nation ist an sich schon besonders, Ihr Team und Sie sind überdies noch im militärischen Bereich tätig. Was sind die größten Herausforderungen beim Bauen für das US-Government?        

Martin Felbinger: „Bei Neubauten und Sanierungen von US-Stützpunkten sind vor allem die Sicherheitsvorkehrungen eine Besonderheit – alle Handwerker und Bauleiter sind akkreditiert, je nach Sicherheitsbereich bekommen wir sogar eine Eskorte, die uns nicht von der Seite weicht. Zudem sind die amerikanischen Bauvorschriften sowie die spezifischen Anforderungen der Einbau-geräte zu beachten. Das heißt: Hier können wir nicht einfach nach Standard bauen, sondern jeder Auftrag benötigt eine besonders sorgfältige Planung.“

Können Sie uns Beispiele für die spezifischen baulichen Anforderungen für die US-Facilities nennen?

Martin Felbinger: „Nehmen wir den Brandschutz. Dieser hat in Amerika eine sehr hohe Bedeutung, so sind nahezu überall Sprinklereinlagen einzubauen. Die dazu notwendigen Aggregate müssen eine deutsche und eine spezifische US-Zulassung besitzen. Wir müssen also beim Einbau von Produkten darauf achten, dass diese auch in Amerika zugelassen sind. Eine Besonderheit ist zudem die Elektrik: In den US-Gebäuden installieren wir nicht nur das deutsche Leitungsnetz mit 230 V, sondern verlegen parallel das 110 Volt-Netz. So kann das amerikanische Personal die mitgebrachten elektrischen Geräte betreiben. Weitere Besonderheiten sind auch die Treppenhäuser oder die behindertengerechten Nasszellen, die den amerikanischen sowie den deutschen Baunormen entsprechen  müssen. Aber hierfür erhalten wir detaillierte Baupläne vom Hochbauamt. Und: Nach über 30 Jahren Erfahrung haben wir immer gute Lösungen für die spezifischen Anforderungen unserer amerikanischen Kunden parat.“

Was hat Gottlob Rommel in den letzten 30 Jahren im Raum Stuttgart für das US-Government gebaut?

Martin Felbinger: „Man könnte fast sagen eine kleine Stadt! Wir haben beispielsweise Kliniken - eine Zahn- und Tierklinik -, eine Kindertagesstätte, Wohnungen und Apartments sowie eine KFZ-Zulassungs- und TÜV-Stelle gebaut. Also nahezu alles, was als Infrastruktur benötigt wird. Zudem sind wir ein fester Ansprechpartner, wenn es um das Umbauen oder Sanieren von Gebäuden geht. Schließlich kommen auch Kasernen in die Jahre …“.

Was war in den letzten Jahren der schönste, spannendste Auftrag?

Martin Felbinger: „Mein Team und ich erstellten innerhalb von zehn Monaten eine Villa für einen Vier-Sterne-General. Das war ein besonderer Bauauftrag und angesichts der kurzen Zeit eine echte Herausforderung.  Aber es gelang uns, den Auftrag pünktlich und zur großen Zufriedenheit unserer Kunden abzuschließen. Im Anschluss waren wir dann beim Empfang und Sommerfest des Generals eingeladen – das war schon eine tolle Erfahrung!“

Wenn Sie in den US-Facilities bauen und sanieren, was bereitet Ihnen die meisten Sorgen, wo gibt´s den größten Stress?

Martin Felbinger: Wie eingangs erwähnt, sind alle Handwerker und Verantwortlichen registriert und erhalten eine Zugangserlaubnis. Das heißt, wenn es eng auf der Baustelle wird, kann ich nicht einfach weiteres Personal einsetzen. Ich muss also das Baustellen-Management sehr sorgsam planen und takten. Dafür braucht es einen sehr guten Überblick, verlässliche Partner und Erfahrung. Dazu kommt die beengte räumliche Situation, die Kasernen sind gewachsene Standorte, die kontinuierlich verdichtet wurden. In diesem Spannungsfeld bin ich froh, so viel Erfahrung und so gute persönliche Kontakte vor Ort zu haben. Wir von Gottlob Rommel sind bei unseren amerikanischen Kunden beliebt und genießen eine wirklich vertrauensvolle, kollegiale Zusammenarbeit. So ist es uns immer gelungen, alle Aufträge zur hohen Zufriedenheit abzuschließen.“

Wenn man mit Ihnen spricht, merkt man die Begeisterung für Ihre Arbeit in diesem Bereich. Was macht Ihnen denn am meisten Spaß?

Martin Felbinger: „In unserer Abteilung ist es eigentlich genau andersherum wie bei den anderen Geschäftsfeldern der Gottlob-Rommel-Gruppe: Dort wechseln immer die Baubeteiligten, die Bauprojekte an sich sind sich ähnlich. Bei der Arbeit für das US-Government bleiben die Beteiligten über lange Zeit gleich, aber die Bauprojekte ändern sich und das macht mir großen Spaß. Wer hat schon einmal die Gelegenheit von einer großen Notstromversorgung bis zu einer Generalvilla die verschiedensten Projekte umzusetzen?“

Sprechen wir über die interkulturelle Zusammenarbeit- benötigen Sie und Ihre Kollegen sehr gute Englischkenntnisse? Wie ist die Zusammenarbeit oder was gibt es vor Ort zu beachten?

Martin Felbinger: „Ein wenig Englisch hilft natürlich. Aber, die meisten unserer Ansprechpartner sprechen Deutsch und die Pläne vom Hochbauamt sind zweisprachig. So kommen wir sehr gut bei der Zusammenarbeit zurecht. Vor Ort sind dann die amerikanischen Spezifika zu beachten: Die US-Facilities sind auch von der Infrastruktur und der Kultur wie eine kleine, amerikanische Stadt: Es gelten zum Beispiel die amerikanischen Verkehrsregeln und auch die Polizei vor Ort agiert wie in Amerika. Wenn also hinter Ihnen ein Polizeiwagen `Stop´ signalisiert, dann um Himmels willen nicht aussteigen, sondern Scheibe runterlassen, die Hände auf´s Lenkrad legen und warten, bis der Officer zum Auto kommt. Auch die Vorfahrtsregeln sind teilweise anders als bei uns: An einer Kreuzung halten immer alle an und wer zuerst ankommt darf als erster wieder anfahren. Daran musste ich mich auch erst einmal gewöhnen.“

Die US-Kasernen sind amerikanisches Hoheitsgebiet – und das führt uns zur letzten Frage: Wie sehr beeinflusst die Weltpolitik Ihre Bauprojekte?

Martin Felbinger: „Im Stuttgarter Raum sind Einheiten stationiert, die für Europa und Afrika verantwortlich sind. Wenn sich hier die politische Lage zuspitzt, sind die Spannungen und die Einsatzvorbereitung deutlich spürbar. Es werden auch Soldaten verlegt oder es kommen neue Einheiten hinzu. Also ja, das beeinflusst unsere Arbeit, denn hier sind wir dann gefordert, Unterkünfte umzubauen oder zu erweitern. Aber wir können uns auch auf Kontinuität verlassen: Bautätigkeiten für US-Einrichtungen sind mehrjährig eingeplant und dafür werden Mittel im Verteidigungshaushalt eingestellt.“

Herzlichen Dank für das Interview!

 

Möchten Sie mehr über unsere Tätigkeit im Bereich der US-Facilities und unseren Government Service erfahren?
Hier geht´s zu unserer Website: https://www.gottlob-rommel.de/leistungen/leistung/umbau-sanierung/schluesselfertiger-umbau/altbaumodernisierung-us

 

Martin Felbinger

Umbau/Sanierung

Martin Felbinger

Geschäftsfeldleiter SF-Bau Altbaumodernisierung US

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