2020

Neu bei Gottlob Rommel – Kathodischer Korrosionsschutz

Drei Fragen an Thomas Sohn, Bauleiter im Geschäftsfeld Betoninstandsetzung und Experte im Bereich 'Kathodischer Korrosionsschutz'.

Anoden-Einbettung an einer Stütze

Herr Sohn, welche Vorteile bietet der kathodische Korrosionsschutz im Vergleich zur klassischen Betoninstandsetzung?

Thomas Sohn: Der kathodische Schutz ist ein elektrochemisches Schutzverfahren, welches aus dem Rohrleitungsbau stammt. Die anodischen Korrosionsvorgänge am Metall werden durch kathodische Potentialverschiebung unterbunden. Dadurch ist es möglich, den Zustand von Stahl im Beton einzufrieren und dauerhaft zu schützen, sofern die Querschnitte noch ausreichend für die Tragsicherheit sind (bis max. 10 % Querschnittsschwächung der Bewehrung). Die verbleibende Lebensdauer des Bauwerks verlängert sich so lange, wie der Schutzstrom aufrechterhalten wird. Und das mit einem vergleichsweise geringen Aufwand. Da nur kleine Eingriffe notwendig sind, spart man hohe Kosten die bei einer konventionellen Instandsetzung vor allem durch teure Abstützmaßnahmen und Betonersatz anfallen. Ein kontinuierliches Monitoring durch eingebaute Sensorik und die regelmäßige Wartung gewährleisten die Nachweisbarkeit der Funktionalität.

Bietet das Verfahren weitere Vorteile?

Thomas Sohn: Aufgrund der geringen Eingriffe ergeben sich meist kürzere Bauzeiten und damit kürzere Sperrzeiten. Das ist gerade bei der Sanierung von Tiefgaragen ein entscheidendes Kriterium, da der Eigentümer nur geringe Mietausfälle hat. In vielen Fällen ist es außerdem möglich in kleinen Abschnitten im laufenden Betrieb zu arbeiten, da keine schwerwiegenden Eingriffe in das Bauwerk vorgenommen werden. Die Mieter müssen so nicht gänzlich auf wertvollen Parkraum verzichten. Auch das Umfeld der Baumaßnahme wird geschont. So gibt es nur eine geringe Lärmbelastung und weniger Erschütterungen. Sehr interessant an dem Verfahren ist, dass wir nun die Möglichkeit haben, auch neue Betonbauwerke (Gebäude, Brücken o. Ä.) von Beginn an zu schützen – vorbeugend durch den Einbau eines KKS-Systems.

Was umfasst das gesamte Leistungsspektrum im Einzelnen?

Tomas Sohn: Getreu unserem Motto „immer besser“ haben wir uns über Monate entsprechend geschult und die nötigen Qualifikationen für die Planung und Ausführung von KKS Systemen erworben. Parallel haben wir uns mit dem Verfahren vertraut gemacht. Dieses hat sich ständig weiterentwickelt und deutlich verbessert, sowohl was die Materialien und verfügbaren Systeme anbelangt, als auch hinsichtlich Entwurf, Betrieb und Überwachung der Anlagen. Nun können wir unseren Kunden das ganze Spektrum bieten – und das bereits in der Planungsphase einer Instandsetzung. Wir führen nötige Voruntersuchungen durch, planen die Systemauslegung, erstellen die Detailplanung der KKS-Anlage und führen diese mit unseren speziell geschulten Kollegen aus. Aber mit der Ausführung ist für uns der Auftrag nicht abgeschlossen. Gerne bieten wir dem Bauherrn darüber hinaus auch den Betrieb und die Wartung der Anlage an.

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